Fünf persönliche Tipps von Dr. Libby Weaver zum Rushing Woman Syndrom

Am letzten Freitag war ich zu einem Pressetermin mit Dr. Libby Weaver in Hamburg eingeladen, an dem sie ihr neues Buch „Das Rushing Woman Syndrom“ vorstellte. Die Veranstaltung wurde gut angenommen und viele Journalistinnen hatten sich versammelt, um den Ausführungen von Dr. Libby zu folgen. Viele Journalistinnen und ein Mann, nämlich ich.

Dr. Libby im Loft über das Rushing Woman Syndrom

Die Presseveranstaltung fand in einem trendigen Loft im Hamburger Karolinenviertel statt. Eine lange Tafel war aufgebaut und auch ein kleines Büffett mit schönen Snacks war vorbereitet. Ein wirklich schönes Ambiente.

Loft im Karolinenviertel in Hamburg

Das Gespräch wurde in englischer Sprache geführt und die mehrsprachige Moderatorin Nicola Hemshorn führte Dr. Libby Weaver sehr angenehm von einer Frage zur nächsten. Sie half auch aus, wenn man beim Fragenstellen ein Wort nicht auf Englisch wusste (und wer weiss schon, was Nebenniere auf Englisch heisst…?).

Das Rushing Woman Syndrom – oder Stress ist nicht gut für dich

Dr. Libby Weaver im InterviewDass Stress ungesund ist, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Und das Rushing Woman Syndrom bedeutet im Grunde nichts anderes. Das besondere Verdienst von Dr. Libby ist, dass sie die Zusammenhänge im Körper sehr genau und sehr einleuchtend und verständlich erklären kann. Man merkt, dass sie weiss, wovon sie spricht und man kann sie problemlos auch in der Tiefe befragen. Mir war bisher noch nicht so klar gewesen, wie sich Stress auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt auswirkt und dass es dann offensichtlich irgendwann keine Rolle mehr spielt, wie gesund wir essen. Denn der Körper wechselt bei Stress in den „Kampf-oder-Flucht“-Modus und das bedeutet auch, dass der Stoffwechsel durch andere Hormone befeuert wird.

Das Rushing Woman Syndrom – auch für Männer relevant

Dankenswerter Weise war es eine Kollegin, die die Frage stellte, ob denn das alles nicht auch für Männer gelte. Und die Antwort ist: teilweise Ja.

Auch der männliche Körper schüttet Stresshormone aus, die sich ungünstig auf den Stoffwechsel auswirken. Insofern sollten auch Männer Stress vermeiden. So stellt der Körper, auch der männliche, sich bei Stress auf die Verbrennung von Zucker ein, der Energie schneller zur Verfügung stellt, während Fett nicht angetastet wird und eher noch für schlechte Zeiten eingelagert.

Die gehetzte Frau

Dr. Libby Weaver erklärt am FlipchartFrauen haben laut Dr. Libby aber eine Reihe ganz spezieller Probleme, die durch übermässigen Stress entstehen. Dabei hat einiges mit unserer Kultur zu tun, die von Frauen fordert, tagsüber im Job „ihren Mann“ zu stehen und abends den Familienbetrieb zu führen. (Natürlich ist das ein Klischee, aber laut Dr. Libby trifft das auf sehr viele Frauen im Alter ab Anfang 30 zu.)

Männer haben traditionell einen stärkeren Selbstschutz und machen eher eine Pause, wenn der Körper danach verlangt. Sie sind an den Wechsel von „Jagd“ und „Ruhe“ angepasst. Frauen leben immer mehr in männlichen Rollen, sind also „auf der Jagd“, haben aber offenbar nicht das eingebaute „Pausenprogramm“, so dass sie eher dazu neigen, sich zu überlasten.

Naja, soweit die traditionellen Rollenmodelle. Viel interessanter war der Teil, in dem Dr. Libby darüber sprach, was im weiblichen Körper unter Stress passiert in Bezug auf den weiblichen Zyklus, Empfängnis und Menopause (da kamen dann auch die Nebennieren ins Spiel).

Die Details finden sich im Buch (das man hier bestellen kann).

…und Kaffee

Einen interessanten Hinweis gab Dr. Libby auf den von vielen geliebten Kaffee: Koffein erzeugt im Körper dieselbe Reaktion wie Adrenalin. Der Körper wechselt in den Stressmodus und los geht es mit dem Rushing-Woman-Syndrom-Kreislauf. Eine (theoretisch) einfache Methode, um Stress zu reduzieren, ist also, auf Kaffee zu verzichten. Das führte aber nicht dazu, dass die geneigte Hörerschaft sofort die Kaffeetasse aus der Hand fiel. Dr. Libby selbst blieb aber bei Wasser.

Am Ende des Gespräches wurde es noch etwas persönlicher und Dr. Libby wurde gefragt, was denn ihre eigene Erfahrung mit dem Rushing Woman Syndrom ist und wie sie dieses vermeidet.

Dr. Libby’s 5 persönliche Tipps gegen das Rushing Woman Syndrom

  1. Das Rushing Woman Syndrom von Dr. Libby WeaverKein Koffein – was Dr. Libby schon früh erwähnte war, dass Kaffee den Körper in den Stressmodus versetzt und lieber gemieden werden sollte
  2. Gemüse, Gemüse, Gemüse – sie isst mindestens fünfmal am Tag Gemüse, am liebsten frisches. Auf Reisen hat sie außerdem ein Pulver dabei, dass sie nur in Wasser auflösen muss, um morgens bereits die erste gesunde Ration zu sich zu nehmen.
  3. Guter Schlaf – Libby Weaver achtet darauf, regelmäßig und genug Schlaf zu bekommen. Auch die Qualität des Schlafes ist wichtig.
  4. Bewusst Atmen – der nach Dr. Libby wichtigste Tipp ist, bewusst auf den Atem zu achten und dabei insbesondere die tiefe Zwerchfellatmung zu praktizieren. D.h. beim Einatmen wölbt sich der Bauch, beim Ausatmen wird er wieder flach. Bewegt sich der Bauch nicht, atmet man zu hoch in der Brust. Sie schlägt vor, dass wir nicht nur zu bestimmten Zeiten Atemübungen machen, wie zum Beispiel beim Yoga, sondern den ganzen Tag über immer wieder, z.B. stündlich, an unsere Atmung denken und uns auf die Bauchatmung zu fokussieren. Diese Form der Atmung hat Dr. Libby zufolge den größten Effekt, um das parasympatische Nervensystem zu stimulieren und damit für Entspannung und Ausschüttung gesunder Hormone zu sorgen. Die Details dazu stehen in ihrem Buch.
  5. Positiver Fokus – Stress entsteht erst durch unsere Bewertung. Ob eine ToDo-Liste unmöglich zu schaffen ist und eine Belastung darstellt oder ob sie eine interessante Herausforderung ist, die wir mit Freude annehmen, entscheiden wir in erster Linie im Kopf. Dr. Libby achtet darauf, ihre Aufgaben mit Freude anzugehen. (Natürlich hat sie sich ihre Karriere auch selbst ausgesucht und liebt, was sie tut.)

Fazit

Dr. Libby Weaver ist eine wirklich interessante Gesprächspartnerin, die sich mit dem weiblichen Körper in der Tiefe auskennt und auf fesselnde Art davon berichten kann. Ich habe inzwischen auch angefangen, das Buch „Das Rushing Woman Syndrom“ zu lesen und kann die Lektüre sehr empfehlen. Es spielt keine Rolle, ob man sich in der Beschreibung der typischen Rushing-Woman-Syndrom-Frau wiederfindet, die Erklärungen über die Zusammenhänge im weiblichen Körper und den Einfluss von Stress auf diese innere Stoffwechsel-Balance sind hochinteressant.

Das Buch „Das Rushing Woman Syndrom“ ist mit 19,99 EUR (hier zu bestellen) definitiv eine gute Investition.

 

Hendrik

Ich bin ein großer Fan von Smoothies und Säften - sie haben mein Leben wirklich verändert. Aber auch einfache Kochrezepte können mich begeistern. Mein Favorit: Nudeln mit Erbsen-Chili-Sosse. Als Coach helfe ich Menschen dabei, Ihre Emotionen als nützlich anzuerkennen und diese nicht "herunterzuschlucken". (https://roggemann-coaching.de)

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